Beleuchtung im Gewächshaus

Wer sein Gewächshaus auch in den lichtärmeren
Herbst- und Wintermonaten bewirtschaften möchte,
braucht Beleuchtung sowohl zum Arbeiten für den Gärtner als auch spezielles Licht für die Pflanzen.



Während für das menschliche Auge normale Leuchtstoffröhren ausreichen, benötigen Pflanzen je nach Lebensphase besonderes Licht.

Grundsätzlich sollten Pflanzen zwischen 12 und 16 Stunden pro Tag Licht haben und mindestens 6 Stunden Nachtruhe ohne Beleuchtung, um Photosynthese betreiben zu können.

Für diese benötigen Pflanzen einfallendes Licht im roten ( 600 bis 700 Nanometer ) und blauen Spektralbereich ( 400 bis 500 Nanometer ), das sogenannte Assimilationslicht ( Assimilation = Photosynthese ). Was das menschliche Auge als Sonnenlicht wahrnimmt sind Strahlen mit einer Wellenlänge von 360 bis 760 Nanometer. Eine Glühlampe hingegen produziert hauptsächlich Strahlen mit einer Wellenlänge von über 600 Nanometer und ist damit als Assimilationslicht nicht geeignet.

Sogar in unseren Breiten reicht im Sommer die normale Lichteinstrahlung ins Gewächshaus für den Gemüse- und Zierpflanenanbau total aus, vorrausgesetzt das Gewächshaus hat den optimalen Standort.

Ganz im Gegenteil könnte es sogar sein, dass direktes Sonnenlicht von den Pflanzen nicht gut vertragen wird oder zu stark ist, so dass man mit Schattierung arbeiten muss. Zum Teil liegt dies noch nicht einmal an der sehr hohen Lichtintensität, sondern an den daraus resultierenden hohen Temperaturen am Blatt.
Dies gilt tatsächlich auch für Pflanzen, deren natürlicher Standort in der prallen Sonne wäre, woran man wieder mal deutlich merkt, dass es sich bei einem Gewächshaus um einen künstlich geschaffenen Raum handelt mit inszinierten Klimaverhältnissen.

In diesem Fall oder wenn der Schwerpunkt der Nutzung auf der Anzucht von Jungpflanzen liegt oder der Pflege von Pflanzen, die an ihrem natürlichen Standort normalerweise durch andere Pflanzen beschattet werden würden, dann wird man auch im Sommer nicht um zusätzliche künstliche Lichtquellen herumkommen, da all diese Pflanzen gerne gestreutes, nicht zu intensives Licht mögen.

Die Helligkeit oder Beleuchtungsstärke wird in Lux (lx) gemessen. Man kann diese Größe mit speziellen Meßgeräten, sogenannten Luxmetern, erfassen. Um sich unter dieser Maßeinheit etwas vorstellen zu können, hier ein paar Vergleichswerte:



heller Sonnentag 100.000,000 lx
bedeckter Sommertag 20.000,000 lx
im Sommer im Schatten 10.000,000 lx
bedeckter Wintertag 3.500,000 lx
Büro-/Zimmerbeleuchtung 800,000 lx
Kerze aus 1 m Abstand 1,000 lx
Vollmondnacht 0,250 lx
sternenklare Neumondnacht 0,001 lx



Wenn die natürliche Lichteinsstrahlung im Gewächshaus tagsüber durch die Sonne 10.000 bis 15.000 Lux erreicht, kann die Zusatzbeleuchtung abgeschalten werden, um Energie zu sparen. Ansonsten wird mit 3.000 bis 5.000 Lux zusätzlich beleuchtet, was durch installierte Lampen mit einer Leistung von 120 bis 200 Watt pro m² erreicht werden kann.

Verschiedene Leuchtmittel, die die speziellen Anforderungen für Pflanzen erfüllen, sind im Handel erhältlich.


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