Verschiedene Heizungstypen für Gewächshäuser

 

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Beheizung von Gewächshäusern je nach Standort und Funktion in
Raum-, Boden- und Vegetationsheizung.


Die Raumheizung erwärmt generell die Luft im Gewächshaus . Da warme Luft aufsteigt, empfiehlt sich die Kombination dieser Heizungsart mit einem Ventilator. Dadurch kann der Wärmeverlust über das Dach verringert und Energie gespart werden.

Die Bodenheizung befindet sich - wie der Name schon sagt - im Boden. Sie erwärmt ihn und schafft so äußerst günstige Bedingungen im Wurzelbereich, die das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen vor allem im Ansaat- und Stecklingsstadium fördern. Daher werden Bodenheizungen vor allem im Vermehrungsbeet eingesetzt. Sinnvollerweise sollte sie ca. 25 bis 30 cm unter der Oberfläche eingebaut und eventuell sogar mit einem Drahtgitter abgedeckt werden, damit sie nicht bei der Gartenarbeit mit Werkzeug beschädigt wird. Die Temperatur der Bodenheizung darf nur etwa 10°C höher sein als die gewünschte Bodentemperatur.
Im Winter schafft es eine Bodenheizung alleine allerdings nicht das Gewächshaus frostfrei zu halten. Für diesen Fall muss man eine Kombination mit einer Raum- oder Vegetationsheizung überdenken.

Die Vegetationsheizung wird in unmittelbarer Nähe zu den Pflanzen installiert . Sie besteht meistens aus Kunststoffrohren, die auf den Beeten zwischen den Pflanzen verlegt werden und kontinuierlich eine konstante Wärme abgeben.

Für diese drei Beheizungsmöglichkeiten gibt es verschiedene Heizungssysteme, deren Vor- und Nachteile im folgenden kurz beschrieben werden sollen:

Elektroheizung

Elektroheizungen können ganz einfach an eine reguläre 220 V-Steckdose angeschlossen werden. Da sie keine Abgase produzieren, benötigt man für ihren Einsatz also nur einen Stromanschluss im Gewächshaus. Die Betriebskosten für Elektroheizungen sind jedoch vergleichsweise relativ hoch, da Strom ein teurer Energielieferant ist.Beim Kauf einer Elektroheizung ist unbedingt abzuklären, ob das gewünschte Modell auch tatsächlich für ein Gewächshaus geeignet ist, das man als Feuchtraum deklarieren muss. Es gibt sie sowohl als Raum- und Bodenheizung als auch als Vegetationsheizung in verschiedenen Variationen:

  • Die elektrische Rippenrohrheizung besteht aus Rohren, die zur Oberflächenvergrößerung gerippt sind und damit eine bessere und vermehrte Wärmeabgabe erreichen. Sie sind in verschiedenen Längen im Handel erhältlich mit Heizleistungen von 0,5 bis 4 kW und können einfach frei aufgestellt werden.
  • HeizlüfterDie elektrische Gebläseheizung nimmt warme Luft aus dem Giebel auf, erwärmt sie bei Bedarf und verteilt sie über einen Schlauch wieder am Boden. Im Handel sind verschiedene Modelle mit Leistungen von 2 bis 3 kW erhältlich. Viele verfügen über ein Thermostat und können mit einer Sparfunktion auch auf 1 kW zurückgeregelt werden, was deutlich energiesparend sein kann. Sie können im Sommer auch ohne Heizung als Luftumwälzer genutzt werden.

    Wer gar keine fest installierte Heizung haben möchte kann natürlich auch auf einen Heizlüfter zurückgreifen, der jedoch mit einer entsprechenden Heizleistung ausgestattet sein sollte.

  • Elektrische Bodenheizkabel sind kunststoffüberzogene Heizkabel, die in ca. 25 bis 30 cm Tiefe mit einem Abstand von ca. 30 cm voneinander im Boden verlegt werden, um den Boden zu erwärmen. Die gewünschte Temperatur kann über ein Thermostat geregelt werden. Ihr Einsatz dient der Wachstumsförderung, weshalb sie bevorzugt in Vermehrungsbeeten eingesetzt werden.

  • HeizmatteElektrisch beheizte Wärmeplatten und -matten können unter Töpfe und Pflanzschalen mit sehr bodenwärmebedürftigen Pflanzen gelegt werden und finden ihren Einsatzort daher in der Regel bei der Aussaat im Vermehrungsbeet oder unter einem Mini-Gewächshaus.


Gasheizung

Gas ist ein relativ preisgünstiger Energieträger. Zu dem werden bei der Verbrennung über 99 % der eingesetzten Energie in tatsächliche Wärme umgewandelt. Neben diesem Vorteil gibt es noch ein paar weitere Punkte, die für die Wahl einer Gasheizung sprechen. Es gibt Katalysatorbrenner und atmosphärische Brenner.

  • KatalysatorbrennerKatalysatorbrenner reichern bei der Verbrennung die Luft automatisch mit Kohlenstoffdioxid an. Die Pflanzen im Gewächshaus wandeln durch den chemischen Prozess der Photosynthese Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um und beziehen aus diesem Prozess einen Teil ihrer Wachstumsquelle, was zu einem besseren Pflanzenwachstum bis zu 40 % führen kann.


Warmwasserheizung

Warmwasserheizungen bestehen in den meisten Fällen aus einem Elektroheizgerät mit einer Leistung von 2 kW, einer Umwälzpumpe, Thermometer, Warmwasserschläuchen oder -rohren sowie Füll- bzw. Entleerungshähnen. Man nutzt sie als Boden- oder Vegetationsheizung, indem die Wasserröhre oder -schläuche entweder im Boden oder in Pflanzenhöhe an der Gewächshauswand entlang verlegt werden. Dabei ist jedoch dringend auf einen ausreichenden Abstand zu den Pflanzen zu achten, damit diese keine Verbrennungsschäden erhalten.

Je größer der Rohrquerschnitt und die Wassermenge ist bzw. je geringer die Fließgeschwindigkeit des Wassers im Schlauch desto träger reagiert die Warmwasserheizung. Dies führt zu einer sanfteren Wärmeabstrahlung, aber auch zu einer schwierigeren Regulierbarkeit und damit zu einem hohen Energieverbrauch.

Es ist möglich eine Warmwasserheizung an das Heizungssystem des Wohnhauses anzuschließen vorrausgesetzt die Heizkapazität der Kesselanlage ist ausreichend. Da diese Nutzung grundsätzlich von einem Fachmann installiert werden muss, sollte man sich im Vorwege gut beraten lassen.

Öl-, Kohle- und Holzofenheizung

Diese Form der Heizung ist nicht mehr sehr gebräuchlich, da sie sehr aufwendig ist in der Betreibung, weil sie ständig beaufsichtigt werden muss. Man beheizt sie direkt mit dem vorgesehenen Heizstoff und entsprechend wird die Wärme auch direkt an den Raum abgegeben.

Da bei der Verbrennung von Öl, Kohle oder Holz Abgase entstehen, die auf keinem Fall ins Gewächshaus gelangen sollten, ist ein Schornstein von Nöten, der relativ einfach durch das Glas / Kunstoff nach außen geführt wird. Die Bauaufsicht hat der zuständige Schornsteinfeger, der eine solche Heizanlage auch genehmigen muss.

Ein wirklicher Nachteil ist die punktuelle Abstrahlung der Wärme, die sich dadurch nicht gleichmäßig im Raum verteilt. Die abstrahlende Hitze kann in Ofennähe für die Pflanzen viel zu hoch sein, während die Temperatur am anderen Ende des Gewächshauses nicht mehr ausreicht.