Licht und Schatten

Jede Pflanze braucht grundsätzlich Licht für verschiedene Entwicklungsprozesse wie Keimung, Wachstum und Blütenbildung als auch als Energielieferant (Photosynthese) für den Aufbau organischer Substanz.



Der tatsächliche Lichtbedarf richtet sich nach den Lichtverhältnissen, die eine Pflanze an ihrem natürlichen Standort erfahren würde.
Manche Pflanzen können hierbei erstaunlich kreativ sein im Entwickeln von Überlebensstrategien an unwirtlichen Standorten, womit sie sich Nieschen erobern und ihr Überleben sichern gegenüber durchsetzungsstärkeren Pflanzen, die die besten Standorte für sich beanspruchen. So kann es vorkommen, dass Pflanzen tatsächlich nur sehr wenig Licht benötigen, wenn ihr natürlicher Standort zum Beispiel am Waldboden im Schatten anderer Planzen wäre wie dies bei vielen Farnarten und Ingwer der Fall ist. In dichten Wäldern dringen tatsächlich nur 1-2% des Lichtes zum Boden durch, was in etwa 100 bis 1500 Lux entspricht.

Je nach Alter, Art der Eindeckung und Verschmutzungsgrad des Gewächshauses dringen ca. 40 bis 95% des natürlichen Lichtes zu den Pflanzen im Inneren durch. Dies kann für eine Pflanze mit hohem Lichtanspruch an einem bedeckten Tag zu wenig sein und für ein ausgeprägte Schattenpflanze an einem sonnigen Sommertag viel zu viel.
Doch auch für Schattenpflanzen sollte die Lichtintensität nicht dauerhaft unter 600 Lux liegen, während lichtbedürftige Pflanzen mindestens 1500 Lux benötigen, jedoch -je nach Pflanze- auf keinen Fall mehr als 80.000 Lux
Deswegen benötigt man für sein Gewächshaus optimalerweise sowohl künstliche Beleuchtung als auch Möglichkeiten der Beschattung.

Jede Form der Schattierung kann sowohl von innen als auch von außen am Gewächshaus angebracht werden. Nur wenn man mit der Schattierung nicht nur eine Minderung der Lichtintensität, sondern auch eine Verringerung der Temperatur erreichen möchte, dann ist eine Schattierung von außen zu bevorzugen. Aus Platzgründen wird die Innenschattierung weniger bevorzugt. Sie hat jedoch auch einen entscheidenden Vorteil: leichte Wärmedämmung im Winter und damit deutliche Energieersparnis.

Bei einer Kombination von lichtempfindlichen und weniger lichtempfindlichen Pflanzen im Gewächshaus kann einfach auch nur teilschattiert werden. Ersatzweise wäre auch eine Schattierung denkbar durch die gezielte Stellung der Pflanzen zueinander, so dass die einen die anderen beschatten.

Es gibt keine grundsätzliche Regel ab wann eine Schattierung notwendig ist, da dies von vielen Faktoren beeinflusst wird wie Bedachungsmaterial, Standort des Gewächshauses, Umgebungsklima und Pflanzenalter.

Als Faustregel läßt sich jedoch sagen, dass die Temperatur im unbeschatteten Gewächshaus nicht deutlich höher sein sollte als maximal 15°C über der Aussentemperatur.

Außer diesem Anhaltspunkt bleibt nur das intensive Beobachten der Pflanzen. Zeichen für drohende Schädigung sind plötzliche Verfärbung der Blätter (rötlich, hellgelb), Wachstumsdepression und Welke.


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