Die Pflege von Kübelpflanzen im Gewächshaus während der Überwinterung

Wieviel Pflege die Kübelpflanzen während der Überwinterung im Gewächshaus benötigen, hängt von ihrer Art und den damit zusammenhängenden Lebensräumen und Ansprüchen zusammen.

Grundsätzlich wird unterschieden in drei Gruppierungen:

  1. Laubabwerfende Pflanzen, die im Kalthaus überwintern
  2. Immergrüne Pflanzen, die im Kalthaus überwintern
  3. Pflanzen, die im temperierten Haus überwintern


Laubabwerfende Pflanzen im Kalthaus

Diese Pflanzen befinden sich während der Überwinterung definitiv in der Vegetationsruhe. Sie haben ihr Laub abgeworfen und die photosynthetischen Aktivitäten damit komplett eingestellt. Deswegen brauchen sie keine Düngung und kaum Wasser. Gegossen wird nach Bedarf und zwar erst dann, wenn sich die Erde vom Topfrand löst, da übermässiges Gießen die Vernässung der Wurzeln und damit die Fäulnisbildung fördert.
Während der absoluten Ruhephase benötigen diese Pflanzen nur wenig Licht. Sie könnten tatsächlich für eine gewisse Zeit im dunklen frostfreien Keller überwintert werden.
Die meisten dieser Pflanzen bekommen direkt bevor sie in die Überwinterung umgesiedelt werden einen radikalen Rückschnitt. In dem Fall beginnt der Neuaustrieb öfters schon früher, weswegen diese Pflanzen im Gewächshaus ab dem Spätwinter schon bei Temperaturen zwischen +10 und 15°C kultiviert werden können. Trotzdem dürfen sie erst nach den letzten Frösten ins Freiland versetzt werden.
Am wichtigsten ist die regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge. Gegebenenfalls müssen befallenen Pflanzenteile entfernt oder sogar eine Behandlung gegen die Krankmacher eingeleitet werden.

Typische Pflanzen, die zu dieser Gruppe gehören sind:



  • - Geranie (Pelargonium-Arten und -Hybriden)
  • - Engelstrompete (Brugmansia-Arten)
  • - Korallenstrauch (Erythrina christagalli)
  • - Bleiwurz (Plumbago auriculata)
  • - Granatapfel (Punica granatum)

Immergrüne Pflanzen im Kalthaus

Für diese Pflanzen gilt grundsätzlich das gleiche Prinzip wie für die laubabwerfenden. Zusätzlich zu beachten wäre, dass vertrocknete Blätter und Zweige regelmäßig entfernt werden sollten.
Diese Pflanzen benötigen auf jeden Fall Licht, weil sie ihre Blätter den Winter über behalten und weiterhin eingeschränkt Photosynthese betreiben. Es ist zwar nicht ganz schlimm, wenn die Pflanzen das Laub abwerfen, doch sollte dieses beobachtet werden, da es ein deutliches Zeichen dafür ist, dass irgend etwas nicht stimmt. Bei der Ursachenforschung unbedingt an Schädlinge denken, aber auch an Pflegefehler wie zu viel Wasser oder zu warme Luft. Wenn das Laub im Winter abgeworfen wurde, dann treiben diese Pflanzen oft verspätet und zögerlich wieder aus - nicht die Geduld verlieren.

Typische Pflanzen, die zu dieser Gruppe gehören sind:

  • - Oleander (Nerium oleander)
  • - Olive (Olea europaea)
  • - Lorbeer (Laurus nobilis)
  • - Jasmin (Jasminum-Arten)
  • - Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus)
  • - Kamelie (Camelia-Arten)

Pflanzen im temperierten Haus

Die meist tropischen Pflanzen, die bei mindestens +15°C überwintern, müssen weiterhin gegossen und mäßig gedüngt werden, denn es gibt sogar welche, die auch im Winter blühen. Die meisten dieser Pflanzen gehen also garnicht in die Vegetationsruhe, sondern verbleiben in der Vegetationsperiode mit all ihren normalen Bedürfnissen wie Licht, Wasser, Wärme, Luftfeuchtigkeit und Nährstoffe. Gerade bei diesen Pflanzen besteht natürlich große Gefahr des Schädlingsbefalls und der Schimmelbildung. An frostfreien Tage ist deswegen unbedingt ans Düngen zu denken.

Typische Pflanzen, die zu dieser Gruppe gehören sind:

  • - Bougainvillea-Arten
  • - Hibiscus (Hibiscus rosa-sinensis)
  • - Zierbanane (Ensete ventricosum)

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